Polizeigeschichte – ein Thema für uns alle!
Berufsbezogene Geschichte bietet mit der Betrachtung langjähriger Veränderungsprozesse sowie herausragender Einzelereignisse nicht nur kurzweilige Information, vielmehr fördert die Beschäftigung mit Polizeigeschichte das berufliche Selbstverständnis und das Bewusstsein für Werte einer modernen rechtsstaatlichen und bürgernahen Polizei.
Die Polizei als „Situationsbewältiger“ hat die Neigung, Vergangenes schnell in Vergessenheit geraten zu lassen und somit ihre eigene Geschichte, die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen zu verdrängen. Dieses Umstands waren sich die Verantwortlichen in der Polizei bewusst, doch verschiedene Ansätze, für Niedersachsen eine polizeigeschichtliche Sammlung einzurichten, die eben dies verhindern sollten, schlugen fehl. So blieb es bei vereinzelten Sammlungen von Uniformteilen und Ausrüstungsgegenständen in privater Initiative.
Aber dennoch: Was zunächst im bescheidenen Rahmen als Wanderausstellung mit Fundus in Bodenräumen in der Tannenbergallee und der Herschelstraße in Hannover begann, findet seit dem 5. Mai 2001 seine Fortsetzung auf einer Fläche von 1400 qm in einer Halle auf dem Gelände der ehemaligen Telefunken-Werke in Hannover, Göttinger Chaussee 76. Hier wird mit beeindruckenden Dokumenten, erklärenden Schautafeln und Abbildungen der Wandel der Polizei seit dem Mittelalter bis zu unserer modernen Polizei als „Dienstleistungsunternehmen“ dokumentiert. Hinzu kommt eine umfangreiche Bibliothek polizeilichen Schrifttums, die auch der historischen Forschung zur Verfügung steht. Organisatorisch ist die Polizeigeschichtliche Sammlung der Polizeiakademie angeschlossen.
Mit diesem erfreulichen Ergebnis kann die Entwicklung jedoch nicht abgeschlossen sein. Es gilt, die Polizeigeschichtliche Sammlung zu einer Stätte der Begegnung, der Information und Meinungsbildung auszubauen, um das Geschichtsbewusstsein innerhalb und außerhalb der Polizei zu wecken sowie Forschung, Bildung und Kultur zu fördern. Zu diesem Zweck wurde am 8. Oktober 2001 der „Förderkreis der Polizeigeschichtlichen Sammlung Niedersachsen“ gegründet. Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 6. November 2001 und bald darauf die Anerkennung der Gemeinnützigkeit.
Seit seiner Gründung konnte der Förderkreis eine Reihe von Veranstaltungen durchführen. Vorträge namhafter Referenten über die Bedeutung der "Polizeigeschichte in der polizeilichen Ausbildung", "100 Jahre Daktyloskopie", "Polizei und bundesdeutscher Terrorismus in den 1970er Jahren" sowie "das Verhalten der Polizei während der Demontage 1950 in Salzgitter" bildeten einen Schwerpunkt, wie auch die Anschaffung von Exponaten und Materialien zur Wahrnehmung der Aufgabe der Imagepflege und Öffentlichkeitsarbeit.
Die Sammlung beteiligt sich regelmäßig an der „Nacht der Museen“. Ein überwältigender Besucherstrom hat sie spätestens damit fest in der Museumslandschaft Hannovers etabliert. Darüber hinaus zeugt eine jährliche Besucherzahl von etwa 7.000 vom regen Interesse an der Polizei und ihrer Geschichte.
Liebe Zeitzeugen, bitte helfen Sie bei der Weiterentwicklung der Polizeigeschichtlichen Sammlung, indem Sie Dokumente, Fotos und Ausstattungsgegenstände zur Verfügung stellen. Auch schriftliche Beiträge, in denen die Zeitumstände deutlich werden, sind von besonderem Interesse.
Bitte melden Sie Ihre Bereitschaft zur Mitwirkung an den Förderkreis. Lassen Sie sich am besten durch einen Besuch in der Polizeigeschichtlichen Sammlung überzeugen.
Der Jahresbeitrag beträgt z. Zt. EUR 20,-- .
Satzung des Förderkreises der Polizeigeschichtlichen Sammlung