Farbgebung der Einsatzfahrzeuge der Polizei in Niedersachsen

07.04.2021 | Kategorien: Allgemein, PoliZeitGeschichten
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1945 – 1974

Autor: Achim Ulber

1945 – 1948

Im Nationalsozialismus waren die Streifenwagen im Deutschen Reich ab ca. 1940 graublau lackiert. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 und mit Beginn der britischen Besatzung wurden verschiedene Fahrzeuge als Streifenwagen eingesetzt. Diese Fahrzeuge waren teilweise in unterschiedlichen Farben lackiert, wie hellgrau, dunkelblau bzw. auch schwarz (RAL-Farben-Nummern nicht bekannt).

Funkstreifenwagen Mercedes 170V mit “Pappaufbau“ (Presspappe) in der Ausführung ehemals Krankenwagen. Hinten mit einer Milchglasscheibe ausgestattet. Kennzeichen der Britischen Besatzungszone BN 34 – 4943.

Radio-Streifenwagen 2 Peter, Opel Kapitän. Quelle: Volker Dowidat, „Polizei im Rückspiegel“, S. 232.
Funkstreifenwagen Mercedes 170V mit “Pappaufbau“
Quelle: Volker Dowidat, „Polizei im Rückspiegel“, S. 234.
Radio-Streifenwagen 1 Peter, Opel Super 6.
Quelle: Volker Dowidat, „Die Polizei im Rückspiegel“, S. 223.
Opel Super 6, Farbe hellgrau
Quelle: Volker Dowidat, „Die Polizei im Rückspiegel“, S. 243.

Streifenwagen Mercedes Benz 170 V, Kastenwagen der Polizei Niedersachsen. 1946 war der 170 V das erste Modell, mit dem Mercedes Benz die Nachkriegsproduktion aufnahm. Zunächst mit dringend benötigten Kasten-, Kranken- und Pritschenwagen. Dies führte auch zum Einsatz bei der Polizei in Niedersachsen.

Streifenwagen Mercedes Benz 170 V, Kastenwagen der Polizei Niedersachsen. 1946 war der 170 V das erste Modell, mit dem Mercedes Benz die Nachkriegsproduktion aufnahm. Zunächst mit dringend benötigten Kasten-, Kranken- und Pritschenwagen. Dies führte auch zum Einsatz bei der Polizei in Niedersachsen. Quelle: Sammlung Polizeimuseum
VW-Hebmüller-Cabriolet
Nummernschild der Britischen Besatzungszone Niedersachsen, darüber Blechschild „POLIZEI“.

VW-Hebmüller-Cabriolet. Es handelt sich um das erste nach 1945 in relativer großer Zahl für die Polizei gebaute Sonderfahrzeug und wurde vom 1. Juni 1948 bis Dezember 1949 gefertigt. Laut Auskunft des Volkswagenwerks stammen die Aufbauten von Karmann (Osnabrück). Dem widerspricht allerdings die Firma Karmann, die mitteilte, dass von ihr der Polizeiwagen nicht hergestellt worden sei, sondern nach dortiger Ansicht komplett vom Volkswagenwerk selbst. Dies ist ein kleines Beispiel dafür, dass heute zuweilen sogar schon Vorgänge aus der Nachkriegszeit kaum mehr zweifelsfrei zu klären sind.

Die Nummernschilder in der Britischen Besatzungszone Niedersachsen waren schwarz mit weißer Schrift. Es gibt Beispiele, bei denen über dem Kennzeichen zusätzlich ein Blechschild, 30 cm x 8,5 cm groß, mit dem Schriftzug „POLIZEI“ (Buchstaben 4 cm groß) angebracht war. Erst 1956 wurden weiße Nummernschilder mit schwarzer Schrift eingeführt.

1949 – 1974  

Alle Funkstreifenwagen (FuStw) der Polizeiinspektionen, Polizeiabschnitte und Polizeireviere wurden ab 1949 in der Farbe „Tannengrün“ (RAL 6009) lackiert. Auf den Vordertüren aller Streifenwagen war ein silberner Polizeistern, Durchmesser ca. 22,7 cm, mit dem Schriftzug „Polizei“ oberhalb und „Niedersachen“ unterhalb des Polizeisterns (Buchstaben 3 cm groß) angebracht.

Streifenwagen – Borgward Hansa 1500 viertürig, Baujahr ca. 1951.
Quelle: Sammlung Polizeimuseum
Streifenwagen – Opel Kapitän, Baujahr 1956.
Quelle: Sammlung Polizeimuseum

Mit Einrichtung der Motorisierten Verkehrsbereitschaften und Motorisierten Verkehrszügen für das Land Niedersachsen 1951 (RdErl. d. Nds. MdI v. 6.12.1951 –II/2 20.01.00 – 3568/51) wurden schnelle, wendige Streifenkraftwagen mit einem Hubraum über 1,5 Liter eingeführt. Bei diesen Streifenwagen der motorisierten Verkehrsbereitschaften waren die Kotflügel zusätzlich in „Cremeweiß“ (RAL 9001) lackiert. Farbe Tannengrün, RAL 6009. Hierbei ist zu sagen, dass vor diesem Erlass in großen Städten die Streifenkraftwagen der motorisierten Verkehrspolizeien bereits auch schon mit weißen Kotflügeln lackiert waren (im Volksmund auch „Weiße Mäuse“ genannt).

Mercedes Benz 220 Cabrio, ab 1951
Quelle: Sammlung Polizeimuseum
Mercedes Benz 220 Cabrio, ab 1951
Foto: Heinz Scholze
Streifenwagen, ca. 1970, der Motorisierten Verkehrsstaffel Hannover. Quelle: Polizeimuseum Niedersachsen
VW Käfer, ab Baujahr 1957 mit Faltschiebedach, amtl. Kennzeichen H – 3121. FuStw der Polizeidirektion Hannover. Quelle: Polizeimuseum Niedersachsen

Ab 1970 wurden die Dächer der Funkstreifenwagen bei den Motorisierten Verkehrsstaffeln, der Polizeiinspektionen, der Polizeiabschnitte, der Polizeireviere und Polizeistationen in Cremeweis (RAL 9001) lackiert. Mit Einführung der Polizeihubschrauber in Niedersachsen am 08.07.1971 wurden dann schwarze Fliegersichtzeichen auf den Fahrzeugdächern angebracht.

Funkstreifenwagen mit Funkrufnamen WESER Quelle 8. Foto: Achim Ulber
Fliegersichtzeichen auf dem Dach:
WE Q 8 Foto: Achim Ulber
Funkstreifenwagen aus Hameln mit Funkrufname „Weser Richard 1“. Foto: Achim Ulber

Auf dem mittleren Funkstreifenwagen (FuStw) Mercedes Benz Strich 8 -230-, amtliches Kennzeichen H – 3845, ist der erste FuStw der Motorisierten Verkehrsstaffel Hannover in Ahlem, auf dem der Schirrmeister Uwe Looft auf dem Kofferraumdeckel rechts die  „Weiße Maus“ angebracht hat.

Rechts und links steht je ein FuStw Mercedes Benz Strich 8 -200- mit alter Fahrzeuglackierung. Bei diesen Fahrzeugen sind die Fahrzeugdächer noch Tannengrün (RAL6009) lackiert. Die Umrüstung von Mercedes Benz 200 auf Mercedes Benz 230 erfolgte aufgrund für den BAB – Streifendienst doch schwachen Motorisierung der 200ter FuStw. 

Funkstreifenwagen der Motorisierten Verkehrsstaffel Hannover in Ahlem

Quellen und Literatur:

Dowidat, Volker, Polizei im Rückspiegel: die Geschichte der Polizeidirektion Braunschweig, 2003.

Mercedes Benz Classic, Ausgabe 02/2017, S. 54.

Osswald, Werner, Die Kraftwahrzeuge der Polizei und des Bundesgrenzschutzes, Stuttgart 1974.

Wikipedia-Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Streifenwagen.

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