Botschafter*innen für Polizeigeschichte

11.12.2023 | Kategorien: Allgemein

Deutsche Gesellschaft für Polizeigeschichte e.V. tagt in Nienburg

Unermüdliche Botschafter*innen für Polizeigeschichte – das ist wohl eine treffende Beschreibung für die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Polizeigeschichte. Vorletztes Wochenende, am 24. und 25. November, traf sich der Verein zur diesjährigen Mitgliederversammlung im Hotel Weserschlößchen in Nienburg. Andrea Marquardt als Stellvertreterin des Direktors der Polizeiakademie Niedersachsen ließ es sich nicht nehmen, die Teilnehmenden persönlich zu begrüßen. Sie unterstrich damit den besonderen Stellenwert, den die polizeigeschichtliche Forschungs- und Bildungsarbeit inzwischen in der Polizei Niedersachsen einnimmt.

Auch die Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte der Polizeiakademie Niedersachsen beteiligte sich am Programm: So stellte Barbara Riegger, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsstelle, deren Arbeit – insbesondere im Rahmen des Projektes „Polizeischutz für die Demokratie“ – vor. In einem weiteren Vortrag erläuterte Chris Püchel, Polizeirat aus Sachsen-Anhalt, seine Forschungen zur NS-Vergangenheit von Oswald Espey, einem ehemaligen Leiter der Landespolizeischule Niedersachsen. Mattis Binner von der KZ-Gedenkstätte Moringen berichtete über die enge Kooperation zwischen der Gedenkstätte und der Polizei Niedersachsen. Weitere Programmpunkte der Tagung waren der Besuch des Polizeimuseums Niedersachsen sowie eine Stadtführung.

Als Gast mit dabei war auch Volker Kluwe, ehemaliger Polizeipräsident von Hannover und seit diesem Jahr Vorstandsvorsitzender des Förderkreises für Polizeigeschichte Niedersachsen e.V. Der Förderkreis selbst hatte sich finanziell an der Organisation dieses wichtigen polizeigeschichtlichen Netzwerktreffens beteiligt.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Organisationsgeschichte ist Grundlage des demokratischen Selbstverständnisses der Polizei in Deutschland. Dass diese Erkenntnis keine Selbstverständlichkeit ist, sondern Polizeigeschichte jahrzehntelang ein Nischenthema war, davon können die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Polizeigeschichte e.V. ein Liedchen singen. Seit der Gründung des Vereins 1989 setzen sich seine derzeit über 200 Mitglieder für die Aufarbeitung der Polizeigeschichte in Deutschland ein. Es sind Privatpersonen, ehemalige und aktive Polizeiangehörige, aber auch viele Vertreter*innen der wenigen polizeigeschichtlichen Institutionen, wie etwa der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte der Polizeiakademie Niedersachsen oder der Polizeigeschichtlichen Sammlung Berlin.

Weitere Informationen zur Deutschen Gesellschaft für Polizeigeschichte und ein Überblick über ihre Publikationen sind im Internet unter www.polizeigeschichte.org zu finden.

Barbara Riegger

FoSt Polizei- und Demokratiegeschichte

Fotos: Deutsche Gesellschaft für Polizeigeschichte

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