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Sie möchten Niedersachsens Polizeigeschichten lesen oder selbst eine schreiben? Dann schauen Sie sich gern hier um: http://blog.polizeigeschichte-niedersachsen.de

 


Änderung des Vereinsnamens und der Satzung

Logo des Förderkeises für Polizeigeschichte Niedersachsen

Wir haben uns umbenannt: der Förderkreis der Polizeigeschichtlichen Sammlung Niedersachsen e.V. nennt sich nun Förderkreis für Polizeigeschichte Niedersachsen e.V. und hat seine Satzung entsprechend angepasst. Die aktualisierte Fassung wird demnächst hier zum Download zur Verfügung stehen.

Außerdem überarbeiten wir zur Zeit unsere Homepage und den Blog, um uns in zeitgemäßer Gestaltung und Zugänglichkeit für unsere Mitglieder und alle Interessierten zu präsentieren.



Hier finden Sie unseren neuen Flyer

06.2016



Neue Wanderausstellung des Polizeimuseums


Das Polizeimuseum arbeitet zusammen mit dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport an einem Wanderausstellungsprojekt zur technischen Veränderung im Einsatz- und Streifendienst der Polizei. Unter dem Arbeitstitel „Technischer Wandel im Einsatz- und Streifendienst“ haben Claudia Puglisi aus dem Landespolizeipräsidium und Dr. Dirk Götting von der Polizeiakademie ein Ausstellungskonzept entworfen, das den heutigen Stand der technischen Entwicklung im Einsatz- und Streifendienst in Relation setzt zu historischen Sachständen. Diese Gegenüberstellung soll sowohl in Form von Exponaten geschehen, als auch in textlicher und bildlicher Form. 


Funkstreifenwagen (Foto: Hochschule Hannover)

Foto: Hochschule Hannover


Als eine Art Kreativ- und Kooperationspartner konnten Fachbereiche der Hochschule Hannover gewonnen werden. So erarbeitete Prof. Hans-Peter Fischer mit seinen Studierenden der Journalistik im vergangenen Wintersemester Texte zu vorgegebenen Themenbereichen, wie Streifenwagen, Kommunikation, Bewaffnung, Uniform und andere. Insgesamt wurden 12 Themen herausgearbeitet, zu denen die Journalisten bei Hospitationen auf Polizeidienststellen kleine Reportagen verfasst haben. Begleitet wurden die Wortjournalisten von Fotografiestudenten von Prof. Lars Bauernschmitt. Fotos und Reportagen werden derzeit zusammengefügt. Ergänzt werden diese aktuellen Darstellungen in einer Ausstellung und einem Katalog durch aktuelle und historische Exponate aus den Beständen des Polizeimuseums und durch weitere Reportagen, aus den Erlebnissen von Zeitzeugen.   

 

Der Förderkreis der Polizeigeschichtlichen Sammlung Niedersachsen e. V. unterstützt dieses einmalige Projekt finanziell und personell. So hilft das Vorstandsmitglied für Öffentlichkeitsarbeit, Nicole Schwarzer, bei der Suche nach historischem Fotomaterial, das den Gebrauch der historischen Technik im Einsatz dokumentiert. Außerdem wurden über den Verein Zeitzeugen als Gesprächspartner für die angehenden Journalisten gesucht und gefunden. So wurden sieben ehemalige, aber auch noch aktive Polizeibeamte und –beamtinnen, in die Räume der Hochschule Hannover an der Expo Plaza eingeladen und bekamen dort Gelegenheit, ihre ganz persönlichen Geschichten im Umgang mit historischer Polizeitechnik zu berichten. Die Studierenden stehen jetzt vor der Herausforderung, aus den erhaltenen Informationen unterhaltsame und auch für Nichtpolizisten verständliche Geschichten zu machen. 


Für das Ausstellungsprojekt stellt das Polizeimuseum historische und die Zentrale Polizeidirektion aktuelle Technik zur Verfügung. Damit Exponate, Texte und Bilder einen örtlichen Zusammenhang im Rahmen der Ausstellung erhalten, stellt Prof. Bernd Rokahr im Spätherbst Entwürfe seiner Studierenden im Fachbereich Innenarchitektur dazu vor. 

Letztlich beteiligt sich auch die Universität Hildesheim mit dem Historischen Institut und in Person von Andreas Pudlat und den Studierenden aus dem Bereich der pädagogischen Bildung an dem Projekt. Die Studierenden aus Hildesheim werden ein pädagogisches Konzept für verschiedene Besuchergruppen beisteuern.   

 

Einen ersten Artikel zum Thema „Funkstreifenwagen“ kann man bereits in der proPOLIZEI lesen unter: http://www.polizei.niedersachsen.de/download/72565/proPOLIZEI_Mai_Juni_2016.pdf


Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und freuen uns auf dieses einmalige Ausstellungsprojekt.


06.2016


Auschwitz – ein schwerer Weg für einen deutschen Polizisten


Die Bilder – die kennt man – aus dem Fernsehen, aus dem Internet oder aus unzähligen Veröffentlichungen. Der in eisernen Lettern geschmiedete Spruch „Arbeit macht frei“. Eine an Zynismus kaum zu überbietende Versprechung. Sie suggeriert, dass derjenige, der durch das Tor gehen muss, es noch beeinflussen kann, ob er wieder herauskommt - wenn er nur fleißig und gehorsam ist.


Doch so war es nicht! Die eisernen Lettern über dem Lagertor waren nur Teil eines ausgefeilten Mordplanes, der aus Verschleierung, Täuschung und Arbeits- bzw. Verantwortungsteilung geschmiedet worden war. Unzählige Menschen fielen diesen heimtückischen Planungen zum Opfer. Und das, ohne dass sie irgendjemandem irgendetwas getan hatten. Sie waren nur zur falschen Zeit am falschen Ort.

 

Und die Täter? Neben Überzeugungstätern, die es auch gab, waren es in den meisten Fällen Menschen die glaubten – oder glauben wollen – nur ihre Pflicht tun zu müssen. Sie hatten nicht persönlich etwas gegen ihre Opfer und nach den Taten lebten sie genauso unbescholten weiter wie zuvor. Waren also auch die Täter nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Schwer vorstellbar, kaum zu akzeptieren und doch nicht ganz ohne Wahrheit. Wenn ein Verwaltungsapparat zu einer Mordmaschinerie mutiert, dann verschwinden die Täter in der Anonymität der Funktionsträgerschaft.

 

Wer aktuell die Urteilsbegründung des Landgerichts Lüneburg im Fall Oskar Grönings liest, der erfährt viel über ein System, das mit Heimtücke gegenüber den Opfern agierte, fast schon banal arbeitsteilig funktionierte und aus Opfern Opfer und aus Tätern Täter machte. Auf der Rampe in Auschwitz Birkenau trafen Menschen aufeinander, die bis dahin beide nichts Unrechtes getan hatten. Nur jetzt, an dieser Stelle trennten sich die Wege. Die einen wurden von den anderen umgebracht, grausam und heimtückisch.   

 

Auschwitz und die anderen Vernichtungslager waren Menschenschlachthöfe. Sie erscheinen einem heute wie aus einer apokalyptischen Utopie. Man fühlt sich an die düsteren auf Leinwand gebrachten Höllenvorstellungen eines Hyronimus Bosch erinnert, wenn man die Berge von menschlichen Hinterlassenschaften sieht. Die Haare, Gebisse, Brillen und Schuhe waren für die Weiterverwertung gedacht. Völlig unwirklich erscheinen auch Fotoaufnahmen von der tödlichen Selektion auf der Rampe im strahlenden Sommerwetter 1944. Man ist beinahe froh, dass es keine Farbaufnahmen sind.

 

Doch was hat das Grauen von Auschwitz mit der deutschen Polizei von 2016 zu tun? Ich glaube eine ganze Menge!

 

Denn Auschwitz ist auch der Ort, an dem sich Polizeigeschichte widerspiegelt. So waren es in aller Regel Polizisten, die im Rahmen eines polizeilichen Einsatzes ihre jüdischen Mitbürger zu den Sammelorten für den Abtransport einbestellten, bis in die Gettos oder Konzentrationslager begleiteten und bewachten.

 

Es waren Polizisten der Geheimen Staatspolizei, die politische Gegner des Nationalsozialismus in die Lager einwiesen. Und es waren ganz normale Kriminalbeamte und Frauen der weiblichen Kriminalpolizei, die Menschen als Berufs- und Gewohnheitsverbrecher stigmatisierten und auf Dauer in die gleichen Lager sperren ließen.

 

Auschwitz ist ein Teil unserer kollektiven Geschichte als Deutsche. Wir tragen zwar keine Schuld am Handeln der Menschen in dieser Zeit – aber wir haben unseren Teil an Verantwortung dafür zu übernehmen, dass das was damals wie passiert ist, nicht vergessen, sondern aufgearbeitet wird und bewusst bleibt.

 

Genau dieser Verantwortung haben sich Anfang April junge deutsche Polizeiangehörige im Rahmen eines gewerkschaftlichen Bildungsseminars in Krakau gestellt. Sie haben die Gedenkstätte Auschwitz besucht und sich anschließend in Workshops mit dem auseinander gesetzt, was sich ihnen dort an Eindrücken geboten hat. Und sie haben sich dann genau mit der Frage der Relevanz beschäftigt, nämlich wie gehen wir mit unserer eigenen Geschichte um?

 

Die Beschäftigung mit Polizeigeschichte ist nicht Standard in der Aus- und Fortbildung von Polizeiangehörigen in Deutschland. Deshalb ist es besonders wichtig, dass zumindest diejenigen, die sich aus eigenem Antrieb mit der Polizei im NS-Staat auseinander setzen möchten, auch Gelegenheit dazu bekommen. Ich spreche deshalb den Organisatoren und Teilnehmern der Veranstaltung in Krakau meinen Dank und Respekt aus. Sich in Zeiten, in denen rechtes Gedankengut in Deutschland und Europa wieder zunehmend an Boden gewinnt, sich mit den Folgen einer solchen Politik auseinanderzusetzen, erfordert Einsicht, Engagement und Courage.


Dr. Dirk Götting 05.2016




"Ordnung und Vernichtung - Die Polizei im NS-Staat" 2016


Die neuere historische Forschung hat bewiesen, dass die Polizei, ähnlich wie die Wehrmacht, keineswegs zwischen 1933 und 1945 „sauber“ geblieben ist und nur ihre Pflicht erfüllte. Vielmehr zeigte sich, dass die Polizei ein wesentliches Herrschaftsinstrument zur Unterdrückung, Kontrolle und auch Ermordung von politischen und weltanschaulichen Gegnern des Nationalsozialismus gewesen ist.


Biografien von Tätern aus dem Bereich des heutigen Niedersachsen belegen grausame und menschenverachtende Verhaltensweisen. So etwa die des ehemaligen Polizeichefs von Braunschweig, Friedrich Jeckeln, der für Massenmorde in der Sowjetunion verantwortlich war oder die von Friedrich Pradel, der mobile Vergasungswagen konstruierte, in denen, wie er in einem Bericht schrieb „97.000 verarbeitet [wurden], ohne dass Mängel an den Fahrzeugen“ aufgetreten seien.

 


Die Ausstellung wandert auch 2016 durch Niedersachsen und Deutschland:


März 2016               Bundespolizei Deggendorf (Bayern)
05.-25. April 2016    Landkreis Hildesheim (Großer Sitzungssaal)
Herbst 2016             Hamm (NRW)


in Hildesheim vom 05. bis 25. April 2016   


Ausstellungsort:
Großer Sitzungssaal des Landkreises Hildesheim
Bischof-Janssen-Straße 31
31134 Hildesheim


Montag – Donnerstag, 15 bis 18 Uhr, Sonntag 13 bis 18 Uhr

Zusätzlich können Sie an den Vormittagen, montags bis freitags,

Gruppenführungen bis 30 Personen anmelden.

Flyer zur Ausstellung in Hildesheim im April 2016

Begleitende Abendveranstaltungen in Hildesheim:

Donnerstag, 07.04.2016, 18:30 Uhr – 20:00 Uhr - Dr. Dirk Götting, Polizeiakademie Niedersachsen
Vortrag: Die Inhalte der Ausstellung „Ordnung und Vernichtung - die Polizei im NS-Staat“

Dienstag, 12.04.2016, 18:30 Uhr – 20:00 Uhr - Professor Dr. phil. Herbert Reyer
Vortrag: „Die Deportation der Hildesheimer Juden“

Donnerstag, 14.04.2016, 18:30 Uhr – 20:00 Uhr - Dr. Pudlat und Severin Cramm, Universität Hildesheim
Vortrag: „Polizeigeschichte(n): Verantwortung und Chance“

Dienstag, 19.04.2016, 18:30 Uhr – 20:00 Uhr - Markus Roloff, VHS-Hildesheim
Vortrag: „Die GeStaPo Hildesheim im 2. Weltkrieg.“

Donnerstag 21.04.2016, 18:30 Uhr – 20:00 Uhr
Talkrunde unter Moderation von Dr. Thomas Muntschick (Radio Tonkuhle)
Thema: „Freund und Helfer?! Zum Wandel vom Selbst- und Fremdbild der Polizei.“

Anmeldung: Zu den Abendveranstaltungen melden Sie sich bitte aufgrund der begrenzten Sitzplätze unter 05121-939103 oder 05121-939203 oder per E-Mail poststelle@pi-hi.polizei.niedersachsen.de an.
An den Tagen der Abendveranstaltungen ist die Ausstellung ab 16:00 Uhr öffentlich zugänglich. Es ist außerdem möglich, um 17:00 Uhr an einer Führung durch das Polizeigebäude teilzunehmen.



Interessierte Einrichtungen, die ebenfalls die Ausstellung zeigen möchten, können sich an das Polizeimuseum Niedersachsen wenden unter: polizeimuseum@akademie.polizei.niedersachsen.de

 

Weitere Informationen finden Sie in unserem Archiv unter:

http://www.polizeigeschichte-niedersachsen.de/9.html  

 

 03.2016



"Von der Polizeiassistentin zur Führungskraft" 2016

 

Plakat der Sonderausstellung

Man mag es kaum glauben, aber die ersten Frauen erstritten sich die Einstellung in den Polizeidienst schon zu einer Zeit, als ihre männlichen Kollegen noch Pickelhauben trugen. Danach gab es in den 20er Jahren Schutzpolizistinnen in Uniform ebenso, wie Kriminalbeamtinnen mit Dienstmarke und in dunklen Mänteln. Doch trotz dieser langen Tradition dauerte es noch viele Jahrzehnte, bis die Frau Polizistin ebenso zur Selbstverständlichkeit wurde, wie ehedem der Schutzmann oder der Herr Kommissar.
Diese spannende Entwicklung soll in der Wanderausstellung "Von der Polizeiassistentin zur Führungskraft" mit Hilfe von eindrucksvollen Bildern, hilfreichen Texten, Exponaten und Filmendokumenten nachgezeichnet werden.

 




Die Ausstellung wandert auch in diesem Jahr durch Deutschland.

 

in Hameln: 07.03. - 24.03.2016

 

Ausstellungsort:
Kreishaus Hameln-Pyrmont
Süntelstraße 6
Hameln

Rahmenprogramm:

Dienstag, 08.03.2016, 10.00 Uhr - Dr. Dirk Götting
Ausstellungsführung zum Internationalen Frauentag

Donnerstag, 17.03.2016, 15.00 Uhr - Dr. Dirk Götting
Ausstellungsführung mit und Polizeibeamten/innen.

Donnerstag, 17.03.2016, 17.00 Uhr
Podiumsdiskussion: „Frauen in Führung - geht gar nicht!?“
u.a. Landrat Tjark Bartels, Oberbürgermeister Claudio Griese, Polizeiinspektionsleiter
Ralf Leopold, Frau Kirstin von Blomberg und Polizeioberrätin Kathleen Arnhold.
Moderation: radio aktiv.
Ort: radio aktiv, Deisterallee 3, Hameln.

Flyer zur Ausstellung


Interessierte Einrichtungen, die ebenfalls die Ausstellung zeigen möchten, können sich an das Polizeimuseum Niedersachsen wenden unter: polizeimuseum@akademie.polizei.niedersachsen.de

 

Weitere Informationen finden Sie in unserem Archiv unter:

http://www.polizeigeschichte-niedersachsen.de/9.html


02.2016